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Daraus entwickelte er neue dynamische oundvielfalt mit einem immer wieder überraschenden Klangfarbenspiel, ohne dass die Ästhetik verloren geht. Das sprengt vermeintliche seitherige Grenzen, schafft neue Horizonte, die dem Akkordeon eine zeitgemäße Identität vermitteln. Hans-Günther Kölz ist längst nicht mehr auf Spurensuche, längst nicht mehr der Alchimist in Sachen Akkordeon-Musik, sondern „Vortrieb“ einer kreativen, schöpferischen Musikergeneration, die den Sinn für das Machbare so verinnerlicht, dass jedes Werk, jede Komposition, jedes Arrangement, neue Impulse, wegweisende Artikulationen aus dem reichen Fundus dieser Musiker- Persönlichkeit zutage fördert. Vielfalt statt Einfalt ist die Maxime. Das gibt dem Akkordeon, aber auch der Mundharmonika, Zündstoff – sowohl nach außen wie nach innen. Die Vielzahl der unterschiedlichsten Stilistiken und auch Instrumentierungen unter einen Hut zu bringen, erfordert Können, feinsinniges Gespür und den Blick weit über den Tellerrand des Akkordeons hinaus. Nur so entsteht Öffnung, entsteht Aufbruch in neue Sphären, entsteht das gewollte Miteinander von Akkordeon plus. Nicht zu vergessen aber auch der Dialog in einem konstruktiven Spannungsfeld, das den Anspruch und Stellenwert des Akkordeons deutlich macht. Hans-Günther Kölz ist in seiner, fernab eingefahrener Wege, entwickelten Vorstellungswelt zu einem unverzichtbaren Orientierungspunkt, nicht nur für viele Akkordeonisten und Harper, geworden, sondern ist sich auch der Anerkennung vieler Musikpädagogen/innen, Orchesterleiter, Komponisten, Arrangeure wie natürlich auch der Musiker/innen und natürlich dem begeisterten Publikum, sicher. Und dies weit über die Akkordeon-Welt hinaus. Hans-Günther Kölz lässt sich schon lange nicht mehr nur im Bereich der Unterhaltungsmusik einordnen. Als Dozent am Hohner- Konservatorium in Trossingen ist er maßgeblich für den Studiengang Jazz Akkordeon verantwortlich. Der Erfolg gibt ihm recht. Als Orchesterleiter, aber auch als gefragter Allrounder in Workshops, Seminaren und Arbeitswochen wird schnell deutlich, was diese Musiker-Persönlichkeit drauf hat; ganz cool, überzeugend, leidenschaftlich, ohne Starallüren. Einmal in seinem Element, gepaart mit einem guten Schuss Temperament, ist es ganz einfach Erlebnis in seiner eigenen Musikwelt, in der er die Fülle seiner Ideen offenbart. Die Meinung, dass die Originalmusik die vermeintlichen Grenzen des Akkordeons erkennen lässt, hat Hans-Günther Kölz längst widerlegt. Sein Verständnis von Akkordeon ist nicht, nachgeahmte Vorbilder, beispielsweise von Klavier und Orgel umzusetzen, sondern vielmehr dem Akkordeon eine neue, unverwechselbare Rolle im Zusammenspiel mit anderen Instrumenten zu geben. Diese Überzeugung macht ihn übrigens mit seinen Kompositionen im klassischen Bereich nicht nur erfolgreich, sondern auch außergewöhnlich gut. Das weckt Neugier, ruft Neider auf den Plan – und findet Nachahmer. Neben Fritz Dobler und Adolf Götz gehören die Kompositionen von Hans-Günther Kölz zu den Stücken, die bei den Innsbruck-Festivals am häufigsten gespielt wurden. Erwähnenswert, dass er es war, der einen speziellen Titel für den erfolgreichen Versuch, ins Guiness-Buch der Rekorde zu kommen, schrieb. Nicht zu vergessen das Preludes für Chromonica und Klavier, das als Auftragskomposition im Jahre 2003 die Mundharmonika-Fans faszinierte. Hans-Günther Kölz wurde, übrigens als erster Akkordeonist, in das Dozententeam zur nächsten Arbeitsphase der European Jazz Academie von Prof. Jiggs Wickham berufen. Eine große Anerkennung für dieses Talent, das keine Fastfood-Musik bietet, seine Kompositionen aber durchaus „schmackhaft“ zubereitet. Das ist Begeisterung pur. Er, der sich in seiner Freizeit mit populärwissenschaftlicher Fachliteratur beschäftigt, der David Foster und Sophia Gubaidulina als seine Lieblingskomponisten nennt, der die absolute Trendklangfarbe mit dem Akkordeon sieht, etwa 60 % seiner vielen Werke als populär bezeichnet und immerhin 40 % Originalmusik geschrieben hat, der, neben dem Akkordeon, das Klavier zu seinen Lieblingsinstrumenten zählt, wünscht sich …. noch möglichst viele Jahre Zeit und die nötige Kreativität um mit und für das Akkordeon und seinen Möglichkeiten engagiert zu arbeiten, leidenschaftlich zu kämpfen und auf breiter Front zu überzeugen. Im November 2011 nun ein ganz besonderer Anlass, der Würdigung verdient: Hans-Günther Kölz dirigiert das Orchester Hohnerklang bereits seit 20 Jahren. Auch für einen Profi dieses Kalibers eine sich gegenseitig ergänzende Bindung, denn die Praxis mit allen ihren Vor- und Nachteilen zeigt Grenzen und auch Möglichkeiten auf, die das Laienmusizieren, die Breitenkultur, aufzunehmen in der Lage ist. So wird das Orchester Hohnerklang nicht nur zum Gradmesser, sondern auch zum Fixpunkt für das Machbare sowohl im Bereich der anspruchsvollen Unterhaltungsmusik wie auch im Rock, Pop, Jazz, Musical, Latin – und genauso auch Klassik. Hans-Günther Kölz hat das Orchester Hohnerklang, vor zwanzig Jahren von seinem ehemaligen Lehrer Helmuth Herold übernommen und zum Trendsetter und Aushängeschild innerhalb aber auch außerhalb der Harmonika-Welt gemacht. Hans-Günther Kölz ist längst zum Botschafter des Akkordeons geworden. Diese 20 Jahre Orchesterleiter dürfen deshalb kein Jubiläum sein, denn Jubiläen haben den Beigeschmack des Aufhörens, des Zurückziehens. Bei Hans-Günther Kölz ist es Anlass zur Rückbesinnung, zum Krafttanken, zur Neuorientierung und damit bestenfalls als Boxenstopp zu verstehen, denn, lieber Hans-Günther Kölz, du wirst dringend gebraucht. Wir freuen uns deshalb auf die weitere Zukunft mit dir. In herzlicher Verbundenheit Arnold Kutzli Ehrenpräsident des Deutschen Harmonika-Verbandes e.V. und langjähriger 1. Vorsitzender des Orchesters Hohnerklang Im Komponistenportrait, das vom Deutschen Harmonika-Verband herausgegeben wurde und Daten sowie Fakten in 2000 Kurzportraits enthält, steht: Hans-Günther Kölz gehört zu den sehr erfolgreichen Komponisten und Arrangeuren im Bereich der Unterhaltungsmusik für Akkordeon. Seinen ersten Akkordeon-Unterricht erhält er beim Vater, weiterhin Klavier-Unterricht bei Elfie Erhard. Von 1976 bis 1980 studierte er am Hohner-Konservatorium, wo er später auch einen Lehrauftrag für Popular-Musik, Dirigieren und Literaturkunde inne hat. Sehr erfolgreich leitet er das Orchester Hohnerklang, Trossingen, das er mit seinem speziellen Sound prägt und für das er auch eine ganze Reihe Kompositionen und Arrangements schreibt, die zum großen Teil auch auf Tonträgern produziert werden. Er komponiert für Akkordeon Solo / Duo, für Akkordeon-Orchester, Kammermusik und für den Unterricht. Nachtrag: Hans-Günther Kölz hat nach eigenem Bekunden weit über 500 Kompositionen und Arrangements geschrieben, die größtenteils auch verlegt wurden. << zurück zur Startseite Laudatio als .pdf herunterladen |